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Warum Künstliche Intelligenz eine Portion Menschlichkeit braucht

Wir müssen reden. Über KI. Machen das heute nicht alle? Nein, ich meine nicht, ob man die neue Version von Copilot oder Gemini ausprobiert hat oder die Vorstellung, dass irgendwann ein KI-Skill unsere Jobs ersetzt. Ich meine die weniger Instagram-taugliche Seite von Künstlicher Intelligenz – die Ethik. KI und Ethik… zwei Begriffe, die auf den ersten Blick etwa so gut zusammenpassen wie Ananas auf Pizza. Die einen lieben die Kombination, die anderen können sich nichts Schlimmeres vorstellen. Aber hier geht es nicht um Geschmack, sondern um Verantwortung.

Nehmen wir das Beispiel der Bilder-KI von Google, die sich in einem bemerkenswerten Akt künstlicher Sturheit weigerte, Bilder zu generieren, die ausschließlich weiße Menschen zeigen, selbst wenn der Kontext dies sinnvoll erscheinen ließ. Was als nobler Versuch der Vermeidung von Bias begann, mündete in einer Debatte über die Grenzen von Neutralität und den Zwängen künstlicher Moral.

Dieses Beispiel führt uns vor Augen, dass KI, unabhängig von ihrer technologischen Brillanz, immer noch ein Produkt menschlicher Vorgaben ist. Die Entwickler hinter der KI setzen Parameter, die, ob absichtlich oder nicht, die Maschine mit einem moralischen Kompass ausstatten. Aber wessen Moral wird hier programmiert? Und wer entscheidet über die Richtlinien dieser Moral?

Unsere Technologien – speziell Künstliche Intelligenz (KI) – sind nur so gut, mit unseren Werten kompatibel, empathisch oder eben ethisch, wie wir sie machen. Ethik in der KI ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Es geht darum, Technologie mit einem Sinn für Werte zu entwickeln. Denn am Ende des Tages wollen wir alle in einer Welt leben, in der Künstliche Intelligenz uns nicht nur das Leben erleichtert, sondern es auch bereichert – wie ein guter Wein zu einem exzellenten Mahl. Und dafür gibt es einige handfeste Gründe, und die haben weniger mit Science-Fiction zu tun, als man denkt.

Vertrauenssache

Erstens, ohne Vertrauen geht es einfach nicht. Wenn Ihre Kunden, Mitarbeiter:innen und Geschäftspartner:innen nicht darauf vertrauen können, dass Ihre KI-Anwendungen fair, transparent und wohlmeinend sind, dann wird der Einsatz von KI intern wie extern ein hoffnungsloses Unterfangen werden und scheitern.

Der Gesetzgeber schläft nicht

Zweitens, der gesetzliche Rahmen. Datenschutz, Nichtdiskriminierung – das sind Themen, bei denen der Gesetzgeber ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat. Und Verstöße können teuer werden, weit über reine Bußgelder hinaus. Beispiele sind Reputationsverlust, Gerichtsverfahren und rechtliche Auseinandersetzungen bis hin zu verwehrtem Zugang zu Märkten.

Nachhaltigkeit ist das neue Schwarz

Drittens, nachhaltige Innovation. Ethik in der KI sorgt dafür, dass Ihre Innovationen nicht nur kurzfristig Erfolg haben, sondern auch langfristig Bestand. Ethik in der KI ist kein Hindernis für Innovation, sondern vielmehr ein Fundament, auf dem zukunftsfähige und vertrauenswürdige Technologien aufgebaut werden können.

Abheben vom Rest

Viertens, der Wettbewerbsvorteil. Ethische KI positioniert Ihr Unternehmen als verantwortungsvollen Vorreiter, ist attraktiv für Kunden und Talente.

Tutti insieme

Und schließlich, die gesellschaftliche Verantwortung. Ein Unternehmen ohne Sinn für Werte und Ethik ist wie eine Pizza ohne Belag – es fehlt einfach das Wesentliche. Indem Sie ethische Überlegungen in Ihre KI-Strategie einbeziehen, tragen Sie dazu bei, eine Technologie zu fördern, die für alle Menschen gerecht und zugänglich ist. Sie zeigen, dass Ihr Unternehmen nicht nur Teil der Wirtschaft, sondern ein „good citizen“ ist.

Wir Menschen haben die Angewohnheit, Technologie als neutrales Werkzeug zu betrachten. Ein Hammer ist weder gut noch schlecht; er wird erst in der Hand des Nutzers zu einem Instrument für den Bau oder die Zerstörung. Bei KI ist es ähnlich, nur dass der Hammer plötzlich anfängt, eigene Entscheidungen zu treffen – basierend auf dem, was wir ihm beigebracht haben.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Was bringen wir unserer KI eigentlich bei? Werden unsere Vorurteile und blinden Flecken einfach in den Code übertragen? Können wir von einer KI erwarten, ethische Entscheidungen zu treffen, wenn wir selbst oft genug damit kämpfen?

Wie das gehen könnte, haben wir in einem Wissensnugget am 12.02.2024 erfolgreich vorgestellt. In der offenen Runde danach wurde intensiv diskutiert und philosophiert. Aufgrund des Erfolges wiederholen wir dieses offene Format gerne am 11.06.2024, 13.30 – 15.00 Uhr. Seien Sie gerne Teil der nächsten Runde.

Wissensnugget

Bei diesem Wissensnugget wurde aber auch klar: Technologische Innovation ohne ethische Reflexion führt uns in eine Sackgasse. Um den vollen Nutzen der KI zu erschließen, müssen wir sicherstellen, dass sie nicht nur intelligent, sondern auch weise ist. Und Weisheit beginnt mit der Anerkennung, dass ethische Überlegungen idealerweise nicht nachträglich angefügt werden, sondern von Anfang an integraler Bestandteil des Einführungs- und Designprozesses im Unternehmen sein müssen und wir dies, bei aller Hochachtung, nicht alleine den Entwicklern überlassen dürfen.

Integration von Ethik in die KI-Strategie eines Unternehmens trägt wesentlich dazu bei, langfristig erfolgreich und gesellschaftlich akzeptiert zu sein.

Wir helfen Ihnen, eine Strategie für Ethische KI in Ihrem Unternehmen zu entwickeln und im Unternehmen umzusetzen.

Starten Sie mit unserem „Assessment für Ethische KI“.

Unser Assessment rüstet Sie für Ihre transformative KI-Reise aus und unterstützt Sie dabei, Ihre strategischen KI-Maßnahmen auch im Rahmen Ihrer Werte und ethischen Prinzipien nachhaltig zu planen und durchzuführen.

Wir betrachten dabei, ob und wo KI bereits in Ihrem Arbeitsumfeld integriert ist und ihre Auswirkungen auf Datenschutz, Fairness und Transparenz.

In diesem 2-tägigem Assessment, das sich am EU AI-Act orientiert, werden wir uns gemeinsam mit Ihnen dieser Herausforderung stellen und eine erste, fundierte Bewertung ihrer KI-Systeme vornehmen. Gleichzeitig erarbeiten wir mit Ihnen zusammen eine sogenannte „AI-Practical Guideline“ für Ihr Unternehmen, die den ethischen und gesetzeskonformen Umgang mit KI in Zukunft sicherstellen soll. Wir betrachten dabei Ihren Status-Quo und Ihre Strategie aus folgenden Perspektiven:

Umfang des Assessments:

Tag 1: Grundlagen – Zielgruppe: Mitarbeitende & Management

  • Grundlagen der Ethik in der KI-Entwicklung
  • Überblick über ethische KI-Prinzipien wie Fairness, Transparenz und Verantwortlichkeit
  • Identifikation von KI-Applikationen im Unternehmen

Tag 2: Applikationen und Aktionsplan – Zielgruppe: Mitarbeitende & Management

  • Clusterung der bestehenden KI-Applikationen gemäß des AI-Act
  • Maßgeschneiderter Aktionsplan, der konkrete Schritte zur Einhaltung des AI-Acts enthält
  • Entwicklung einer unternehmenseigenen „AI-Practical Guidance“

Das „Assessment für Ethische KI“ gibt Ihnen einen strukturierten Leitfaden, um den Stand Ihrer KI-Anwendungen zu erkennen, zu bewerten und zu ordnen. Dieses Assessment legt das Fundament, um KI nahtlos in Ihre Unternehmensstrategie einzubetten. Es ermöglicht Ihnen, den ethischen Einsatz von KI im Rahmen Ihrer Werte systematisch zu erfassen, strategisch zu planen und effektiv umzusetzen.

Jetzt ist der Moment zum Handeln, sprechen Sie mit uns. Ihr Johannes Penzkofer (GF Stöger & Partner) und Tarek Fetih (Head of Generative AI vom Deutschen Forum für Ethisches Maschinelles Entscheiden e.V., EME)